Wir sind aktiv in vielerlei Hinsicht
Die G 6 zeichnet sich durch einen hohen Grad an Projekt-Aktivitäten aus.
Im Unterricht wird immer stärker projektorientiert gearbeitet (in den Berufsschulklassen arbeiten wir an Kundenaufträgen - in den Fachschul- und FOS-Klassen gibt es spezielle Projektphasen).
Es gibt ein Projekt zum interkulturellen Austausch mit Afrika, aus dem ein eigener Verein (das "Forum zum Austausch der Kulturen" / www.gsechs-forum.de ) hervorgegangen ist.
Die Partnerschaftsaktivitäten der Schule wurden in den Jahren 2006 und 2008 im Rahmen des Wettbewerbs des Bundespräsidenten "allefüreineWeltfüralle" ausgezeichnet.
Im Jahre 2008 wurde das Forum von der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. als offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. In der Begründung hieß es:
In allen Ausbildungsgängen (der G6) wird ressourcenschonend produziert und ökologische Aspekte sind prüfungsrelevant. Es werden umweltbelastende Arbeitsmaterialien im Rahmen der Fertigung von Unterrichtsprojekten vermieden und es gibt eine Vereinbarung, dass keine tropischen Hölzer eingekauft werden. Eine Partnerschaft mit einer Bildungseinrichtung in Mosambik ist von der Lehrerkonferenz der Gewerbeschule 6 beschlossen worden. Zentrales Ziel dieses Partnerschaftskonzepts ist der Dialog zwischen den Kulturen auf Augenhöhe, d.h. den Schülerinnen und Schülern soll die Begegnung mit einer fremden Kultur über das gemeinsame Handwerk ermöglicht werden. Im Rahmen der Partnerschaftsarbeit planen Schülerinnen und Schüler aus Hamburg und Mosambik gemeinsam Arbeitsprojekte, die mit einfachen Mitteln in Mosambik, aber auch in Hamburg durchgeführt werden können, z. B. der Bau eines Hobels, eines Tischkickers oder, wie im letzten Jahr, eines Spielplatzes. Die Partnerschaftsarbeit ist permanentes Thema im Fachunterricht und in klassenübergreifenden Lernfeldprojekten. Durch Partnerschaftsreisen nach Mosambik und mehrmaligen Gegenbesuch mosambikanischer Gäste wird eine andere Kultur „hautnah“ erlebt und Vorurteile können abgebaut werden.
Mit dem Projektthema „Bau eines multifunktionalen Spielgerätes“ sind im August 2009 fünfzehn Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrer der Gewerbeschule 6 aus Hamburg nach Mosambik gereist. Vor Ort arbeiteten die ReiseteilnehmerInnen in zwei Gruppen mit den Schülern der mosambikanischen Partnerschulen an der Realisierung der Projektidee, und zwar in einer „Tischlergruppe“ sowie einer „Malergruppe“. Diese Aufteilung in zwei Arbeitsgruppen hatte das Ziel, die Zusammenarbeit mit unseren mosambikanischen Partnern so intensiv wie möglich zu gestalten.
An die 2 1/2 Wochen Projektarbeit in Moamba schlossen sich weitere 2 Wochen Projektarbeiten in Maputo an der Escola Nacional de Artes Visuais an. In dieser Zeit wurden verschiedene Kleinprojekte aus den Bereichen Keramik, Siebdruck, Mediendesign und Farbgestaltung in wechselnden Kleingruppen durchgeführt. Daneben fand ein umfangreiches Kultur- und Exkursionsprogramm statt. In der letzten Woche fand zudem ein von der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) organisiertes Auswertungsseminar für alle am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler statt.
Die ganze Aktion ist dokumentiert im Film "Poco a Poco - In kleinen Schritten voran", den Tine Müller realisiert hat (der Film kann unter der oben genannten Adresse des Forums bestellt werden!)
2010 erreicht das Projekt den 2.Platz im Rahmen des Wettbewerbs "Eine Welt Preis" der Nordelbischen Synode .
Zur Begründung wird genannt, dass das Projekt den interkulturellen Austausch über das Handwerk unterstützt. Schülerinnen und Schüler der Hamburger Gewerbeschule für Maler- und Lackierer, Tischler, Raumausstatter und Textilberufe (G6) haben durch das Forum die Chance, andere Kulturen kennen zu lernen. Dies geschieht über die Verankerung des globalen Lernens im Berufsschulunterricht und durch Reisen verschiedener Schülergruppen nach Mosambik. Zusammen mit den Partnerschulen werden dort gemeinsam entwickelte Arbeitsprojekte durchgeführt.
Umweltbewußte Schule
Neben dem Unterricht gibt es weitere Projekte die unsere Schule zu etwas Besonderem machen. Wir legen großen Wert auf umweltverträgliche Verfahren und Vorgehensweisen - die schuleigene Solaranlage, die im Rahmen des Fifty-Fifty-Projektes einen Teil unseres Stroms produziert ist hier nur ein Beispiel.
Schule mit dem Klimaschutzbären ausgezeichnet
Am Montag, 5.11.2007 hat die G 6 auf dem Hamburger Klimaschutztag 2007 in einem feierlichen Rahmen im Planetarium den Hamburger Klimabären verliehen bekommen. Damit wird die G6 als Schule prämiert, die in den vergangenen 10 Jahren am erfolgreichsten Energie und Wasser gespart sowie Müll reduziert hat. Der "Hamburger Klimabär" ist mit 500 € dotiert.
Seit 1992 engagiert sich die G6 intensiv im Klimaschutz und macht als Pilotschule seit 1993 beim fifty/fifty Projekt mit. Am Anfang stand die Einsparung von Energie und Wasser durch bewussteren Umgang mit den Ressourcen im Vordergrund. Im Laufe der Zeit griffen zusätzlich Energiesparmaßnahmen technischer Art. So konnte z.B. durch eine Lichtsanierung der Energiebedarf der Tischlerwerkstatt für die Beleuchtung um 90% gesenkt werden. Die eingesparten Energiekosten wurden teilweise in Energiesparmaßnahmen investiert.
Zudem wurde 1995 eine Solarstromanlage auf dem Dach der G6 in Betrieb genommen, die zum Teil mit Darlehen von SchülerInnen und LehrerInnen vorfinanziert wurde.
Verglichen mit der Ausgangslage vor 1993 konnte die G6 ihren Energiebedarf fast halbieren – ohne wesentliche Einschnitte an Qualität und Komfort. Trotz Absenkung der Bemessungsgrundlage als Folge verbesserter Technik und Wärmedämmung spart die G6 jährlich ca. 30.000,- EURO an Energie-, Wasser- und Entsorgungskosten.
Ökologisches Profil und Nachhaltigkeit zeigen sich auch im produkt- und handlungsorientierten Unterricht der G6. In allen Ausbildungsgängen spielt diese Thematik eine Rolle, wird ressourcenschonend produziert und sind ökologische Aspekte prüfungsrelevant. Die von Auszubildenden des 2. Lehrjahrs im Malerhandwerk produzierte CD „Maler retten das Klima“ mag als neuestes Beispiel dienen.
Projekte aus dem Unterricht
Hier einige ausgewählte Projekte aus unseren Abteilung. Weitere Projekte und besondere Vorhaben finden sich auf den Seiten der einzelnen Abteilungen unter "Highlights".
"Der runde Tisch"
In diesem Projekt wurde ein System-Möbel gestaltet, geplant und gefertigt.
Auf einer Klassenreise wurden erste kreative Prozesse angeschoben, die sich danach im Unterricht in fachlich-konstruktive Umsetzungen verwandeln ließen.
Sehr motiviert arbeiteten die Schülerinnen und und Schüler an ihren Möbeln, deren Grundgedanke eine möglichst flexible Kombinierbarkeit und eine möglichst kommunikationsfördernde Formensprache war.
Prototypen wurden gefertigt, erprobt und weiterentwickelt. Als das Design endlich stand, wurde eine große öffentliche Präsentation vorbereitet. Flyer und Ankündigungsplakate mussten entwickelt werden und hochkarätige Gäste aus Politik und Wirtschaft wurden eingeladen.
Die abschließende Präsentation war dann ein toller Erfolg. Das Möbel wurde begeistert aufgenommen und die geladenen Gäste hatten die Möglichkeit am "runden Tisch" über die Zukunft der Berufsausbildung in Hamburg zu diskuteren.
"Working and Playing in Europe"
Ist es möglich, dass Auszubildende an zwei Schulen in zwei europäischen Ländern ein gemeinsames Möbel-Projekt verwirklichen?
Ja: Schwedische und deutsche Tischlerauszubildende haben zusammen selbstentwickelte Spieltische gebaut. Das Sprachen-Programm "Comenius" der EU hat das Projekt "Working and playing together in Europe" finanziell unterstützt.
Beteiligt an diesem Projekt waren die Tischlerklassen Ti 00/8 und Ti 00/1 der Staatlichen Gewerbeschule für Holztechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung Hamburg (G6) und die Tischlerklassen HTVÄ 2 und 3 der Rönnowska Skolan aus Helsingborg / Schweden.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Gewerbeschule 6, Abteilung Holztechnik, ist ein EU-Projekt mit großem Erfolg durchgeführt worden. Der Tisch fand zudem große Anerkennung bei dem Wettbewerb CNC-ConFORM des Fachverbandes „Tischlerhandwerk Nordrhein-Westfalen“ in Köln.
Für diese große und für die Auszubildenden völlig ungewohnte Aufgabe musste in neue Richtungen gedacht werden: In der Entwurfsphase war eine Konzeption des Tisches gefordert, die auch ein größtenteils getrenntes Arbeiten in Hamburg und Helsingborg erlaubte. So fiel die Entscheidung für einen Entwurf, dessen Tischplatte in Helsingborg und dessen Beine in Hamburg hergestellt werden konnten.
Die Klassen haben sich in der Arbeitsphase gegenseitig für jeweils zwei Wochen besucht.
Während dieser Zeit sind im Mai 2002 im südschwedischen Helsingborg die als Wendeplatten konzipierten Tischplatten gefertigt worden. Bei dem Einfräsen von den selbst entworfenen Spielfeldern half die CNC-Fräse. Alle Tischplatten wurden durch teilweise recht aufwändige Furnier-Intarsienarbeiten sehr individuell gestaltet.
Manche Auszubildende haben länderübergreifende Spielideen entwickelt.
Hier in Hamburg sind dann bei dem Gegenbesuch der Schweden im September 2002 die Tischbeine in Serienfertigung hergestellt worden, immerhin mehr als 120 Beine.
Die Auszubildenden waren mit großem Eifer und viel Freude bei der Sache und zeigten sowohl in Schweden, insbesondere aber hier in Hamburg, ihr Engagement durch freiwillig wesentlich verlängerte Arbeitszeit in der Berufsschule.
In diesem nicht alltäglichen Projekt erwarben die Auszubildenden Kompetenzen auf mehreren Ebenen:
Lernen von Fremdsprachen: Trotz eines zum Projekt gehörenden Schwedischkurses verlief der größte Teil der Verständigung aller Beteiligten untereinander auf Englisch. Den Auszubildenden wurde hier deutlich, vielleicht in so direkter und eindringlicher Art und Weise das erste Mal in ihrer Schullaufbahn, wie wichtig das Erlernen einer Fremdsprache, insbesondere des Englischen sein kann. Dies ist sicherlich nicht nur im Zuge des zusammenwachsenden europäischen Arbeitsmarktes von Bedeutung. Auch hier in Deutschland begegnen die Auszubildenden Fremdsprachen immer häufiger, zum Beispiel im Computerbereich.
Erlernen neuer Techniken: Mit großer Neugierde haben viele unserer deutschen Auszubildenden die Gelegenheit in Helsingborg wahrgenommen, unter fachkundiger Anleitung die Drechselbank auszuprobieren, um Spielfiguren zu drechseln.
Vergleich der Ausbildungssysteme: Das schwedische Ausbildungssystem ist im Gegensatz zum deutschen schulisch organisiert. Der Ausbildungsbetrieb ist die Berufsschule, und die Tischlerschülerinnen und -schüler gehen in den drei Ausbildungsjahren sechsmal zu je sechswöchigen Praktika in Tischler-Betriebe. Aus unserer direkten Anschauung wurde deutlich, dass die schwedischen Auszubildenden mindestens genauso gut ausgebildet waren wie unsere deutschen, wenn auch in Schweden vieles insgesamt etwas gelassener und ruhiger abläuft als hier in Deutschland.
Schülerinnen, Schüler und Lehrer haben großen persönlichen und fachlichen Gewinn aus diesem Projekt gezogen und wollen den Kontakt mit den Schweden auf jeden Fall aufrechterhalten.
Es waren insgesamt 30 Auszubildende beteiligt und folgende Lehrer:
Gunilla Tufvesson, Mats Jensen, Bengt Bökman in Helsingborg,
Heiko Hagelsieper, Hans Höpken, Christian Peter, Olaf Maier in Hamburg.
"Maler retten das Klima"
Die Schülerinnen und Schüler des zweiten Lehrjahres Maler und Lackierer haben eine Informations-CD entwickelt, die detailliert Auskunft über die Kompetenzen ihres Berufes im Bezug auf Energiesparen und Wärmedämmung gibt.
Diese CD soll einen Beitrag dazu leisten, das Image des Malerhandwerks in der Öffentlichkeit zu verbessern.




