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Donnerstag, 24. Juni 2010 22:01 Alter: 74 Tag(e)

Tischler arbeiten in Dänemark

19 Auszubildende des Hamburger Tischlerhandwerks haben sich im Mai/Juni dieses Jahres auf den Weg gemacht, um in Vejle/Dänemark mit dänischen Tischlerauszubildenden in gemeinsamen Projekten zu arbeiten.

 

Der Austausch fand im Rahmen des Leonardo-Mobilitäts.Programmes statt. Schwerpunkt dieses Austausches war die Intensivierung der Zusammenarbeit und des Austausches auf der Ebene des Handwerks. Dabei war von besonderer Bedeutung, einen Austausch über handwerkliche Gestaltung zu führen sowie Produkte selbst zu gestalten und zu fertigen.

 

In drei Wochen wurden somit 2 verschiedene Stuhltypen gefertigt und zum Stuhldesign passende Beistelltischchen gestaltet und gefertigt. Am Ende des Projektes konnten alle Teilnehmenden einen Stuhl und einen Tisch mit nach Hause nehmen. Dabei hatten alle Möbel eine individuelle Note, da drei Holzarten (Eiche, amerikanischer Nussbaum, Esche) zur Wahl standen und die Bezüge der Sitze individuell gewählt werden konnten.

 

Für die Hamburger Auszubildenden war es besonders wichtig, einen Einblick in das dänische Möbeldesign zu erhalten, dass zu den weltweit führenden gehört. Hier ist unter fertigungstechnischen Gesichtspunkten interessant, dass in Skandinavien dem Gestellbau hohe Priorität beigemessen wird mit der daraus resultierenden speziellen Maschinentechnik zum Anfräsen von Rundzapfen etc.

 

Aber auch die großen Unterschiede in der Frage der Arbeitssicherheit boten Anlass zur Diskussion. So ist es üblich, Fräswerkzeuge für den maschinellen Vorschub an der Tischfräse unter Einsatz des Vorschubapparates im Gleichlauf einzusetzen. Hier ergab sich für die Hamburger Auszubildenden auch ein Problem, da sie diese Arbeitstätigkeiten aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht ausführen durften.

 

Für die dänischen Auszubildenden war die gemeinsame Entwicklung der Beistelltischchen eine ganz neue Erfahrung, da sie das Arbeiten in größeren Gruppen mit einem hohen Grad an Eigenverantwortung für Produktgestaltung und Planungsarbeit nicht gewohnt sind. Aber gerade diese Erfahrungen hoben sie in der Auswertung als besonders wertvoll hervor.

 

Obwohl alle Beteiligten drei Wochen fast ununterbrochen in der Werkstatt an der Realisierung der Projektziele arbeiteten (auch an den Wochenenden wurde gearbeitet), waren sie am Ende sehr begeistert von ihrem Aufenthalt in Vejle. Dazu trug wesentlich die dänische Gastfreundschaft bei sowie die guten Kontakte, die sich im Projektverlauf zu den dänischen Partnern entwickelten. Für das nächste Jahr ist nun ein Gegenbesuch der Dänen in Hamburg geplant.